Und noch ein Nachbericht:

Barfly live als "BH 19,90" auf einem 30. Geburtstag:


Log-Buch-Eintrag


OK, wenn´s um die Wurst geht hat schon so mancher einen Rückzieher gemacht.Aber nicht mit uns: Nachdem Maurice mal in irgendeiner Probepause stolzer Weise verkündete, er hätte einen Auftritt besorgt, stieg die Erwartungshaltung ins Unermessliche. Nach langem Beknieen konnten wir dann auch aus Maurice herauskitzeln, um welche Art Auftritt es sich handeln sollte: Es war nicht unser gewöhnliches, herausragendes, bei jeder Art Publikum Anklang findendes Set gefragt, nein, vielmehr wurde unser Einfallsreichtum und unsere Flexibilität auf eine harte Probe gestellt. An besagtem Datum sollten wir auf einer Geburtstagsparty im Garten ein paar Liedchen zum Besten geben. Die Anforderungen waren hart, aber gerecht. Schlager bis der Arzt kommt. Gut. Also unser Sänger Jens stieg aus, weil er einen dringenden Termin zum Unkrautjähten hatte. Die Operation Heimatmelodei drohte, wie eine Seifenblase zu verpuffen (oder so). Dann die Überwindung. Ich dachte zum Wohl der Band, und was hasse schon zu verlieren, und so schlecht singsse vielleicht gar nicht...
Na ja ich kramte meine alten Liederschinken raus und einigte mich auf folgendes Set:

- Marmor, Stein und Eisen bricht
- Mendocino
- Country Roads
- Irgendwie, irgendwo, irgendwann
- Über den Wolken

Die Stücke wurden schnell in zweieinhalb Proben eingeübt, und noch mal schnell mit einer Prise Happy Birthday versehen. Dann der Auftritt. Niemand wusste Bescheid. Eine totale Überraschung. Wir versteckten unser Equipment in einem halb offenen Schuppen der mit einer Plane provisorisch abgedeckt war. In dem Schuppen stand auch das Bier. Wir hätten uns also auch ohne Weiteres bis zum Zeitpunkt des Auftrittes in besagtem Schuppen verstecken können. Aber weil die anderen auch noch Bier wollten und uns auch nach gegrillter Wurst mit einer ordentlichen Portion Kartoffelsalat dürstete, nein hüngerte, mischten wir uns unauffällig unters Volk. Gut, dass keiner wusste, wer wir waren.
Eigentlich sollte es an dann um 20:00 Uhr losgehen aber in Anbetracht der Tatsache, dass kurz vor sechs die Leute schon hibbelig wurden, verlegten wir den Anfangszeitpnkt auf 18:00 Uhr. Wir versteckten uns also wieder unter der Plane, stimmten unauffällig unsere Instrumente und wollten loslegen. Da fiel uns auf, dass wir zwar ein Mikrofon sogar ein kabelloses Mikrofon hatten, der zugehörige Ständer jedoch sicher im Proberaum untergestellt war. Es musste mal wieder improvisiert werden. Schnell wurde eine Harke untern Kasten Bier geklemmt und fachmännisch mit einer Rolle Isolierband das Mirko festgeklebt.
Hallo, Test, Test, ich hör nix...

ScheiXX, Schalter mit festgeklebt...

Egal, Mikro wieder los und richtigrum fest.

Und schon ging´s los -

Happy Birthday to you,
Happy Birthday to you,
...

Kaum war das Lied zuende, stand unser Freund und Helfer vor der Tür. Die wollten aber nur gucken, was wir so machen, ganz ohne Benachrichtigung von irgendwelchen Nachbarn. Wir versprachen auch bald wieder aufzuhören, und sie gingen. Dann legten wir richtig los. Leider musste ich mich während des Gigs sehr auf meine Sanges- und Gitarrenkünste konzentrieren, so dass ich nur im Augenwinkel die Audienz beobachten konnte. Es wurde geschwoft, gegroovt, ja, mal so richtig den Larry raushängengelassen. Die Mädels sparten nicht mit ihren Reizen und gaben wirklich alles. Eine klasse Party. Nach dem Gig liessen wir uns noch ein paar Grillspezialitäten schmecken und fuhren entspannt und guter Dinge und voller Lebenslust und so weiter nach Hause.