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Kreuzstich
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Ebenseer Kreuzstich Wie
diese Kreuzstich-Technik funktioniert, möchte ich hier
versuchen zu beschreiben. Das Grundprinzip des Ebenseer Kreuzstichs ist leicht erklärt: Ziel ist es, eine gleichmäßig und ordentlich gestickte Rückseite zu erhalten, auf der alle Stiche senkrecht und über ein Kästchen verlaufen. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass so ein geringerer Garnverbrauch erzielt wird.
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Um den Faden auf der Rückseite nach diesem Schema verlaufen zu lassen, wird es an einigen Stellen notwendig, den Deckstich des Kreuzchens zuerst zu sticken und erst auf dem Rückweg die Nadel unter diesem Stich hindurch zu führen um das Kreuz mit dem Unterstich zu vollenden. An gewissen Stellen wiederum kann es von Nöten sein, auf dem Hinweg weder Deck- noch Unterstich zu sticken, sondern das Kreuz vorerst aus zu lassen. Solche Stellen sind mit besonderer Aufmerksamkeit zu beobachten, denn allzu leicht kann man sich hier verzählen oder auf dem Rückweg das Kreuz vergessen. An Wendepunkten (Ende einer Reihe) werden Kreuze häufig komplett gestickt, um an die richtige Position für die nächste Reihe zu gelangen. Die Rückseite diktiert praktisch das Vorgehen auf der Vorderseite. Wenn man sich die Möglichkeiten, von einer Reihe in die andere zu gelangen vor Augen hält, ohne den Faden schräg oder waagerecht zu führen, ergibt sich der Weg in der Regel von selbst. Aber wie bei jeder Handarbeit gilt auch hier: Übung macht den Meister. Diese Technik lässt sich natürlich nur für zusammenhängende Flächen anwenden. Die einzelnen Kreuzchen müssen in irgendeiner Art Verbindung zueinander haben, sonst muss vernäht und neu angesetzt werden. Um auch beim Vernähen das einheitliche Bild der Rückseite zu wahren, kann dafür der Faden vorne unter ca. 4 Kreuzchen hindurchgezogen und dicht über der Stickerei abgeschnitten werden.
Anhand einer kleinen Blume möchte ich nun einen Eindruck vermitteln, in welcher Reihenfolge der Ebenseer Kreuzstich gestickt wird und was für ein Stichbild sich ergibt, bevor man auf dem "Rückweg" die Kreuze vollendet. Ich beginne bei diesem Motiv an einer Stelle in der Mitte. Dies ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber da ich nach Fertigstellung an genau dieser Stelle wieder ankommen werde habe ich sie gewählt, weil sie gute Vernähmöglichkeiten bietet, nämlich 5 Kreuze in einer waagerechten Reihe. |
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Die
orange farbenen Striche zeigen den Fadenverlauf auf der Rückseite.
Die
ersten fünf Stiche werden begonnen (von links nach rechts in
diesem Fall). Da die nächste Reihe versetzt beginnt wird
am
Ende der ersten Reihe das Kreuz komplettiert um an die richtige
Stelle zu gelangen.
Nach den zwei Stichen der zweiten Reihe...
... wird in die nächste Reihe übergegangen, bei welcher es sich ergibt, dass die Deckstiche zuerst gestickt werden.
An
der Spitze dieses Blütenblattes wurde gewendet und die Kreuze
vollendet indem die Nadel unter den Deckstichen
hindurch geführt
wurde. Danach die Reihe weitersticken und nach oben zum nächsten
Blütenblatt übergehen.
An
den Zeichnungen 5, 6 + 7 sieht man bereits, dass an allen Stellen
die in eine „Sackgasse“ führen
(in diesem Fall
die Blütenblätter), gewendet wird um in einem Zug dem
Motiv weiter zu folgen.
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Der
Pfeil bezeichnet das Ende des „Hinweges“ und ist somit
Wendepunkt. Unschwer zu erkennen ist, dass nur noch wenige
Stiche
zu vervollständigen sind und der Weg dafür sich von selbst
ergibt.
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Ein
Beispiel an welchem ein Kreuz weggelassen werden muss, um später
den Faden nicht über mehrere Reihen
herunterführen zu
müssen.
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An
der violett gekennzeichnete Stelle wird das Kreuz vorerst weggelassen
und erst auf dem Rückweg gestickt. Warum das so
ist, ist
warscheinlich aus einer solchen Erklärung heraus schwierig zu
verstehen.
Würde
dieses Kreuz nicht weggelassen sondern gestickt werden, müsste
man es komplett sticken, um an die richtige
Stelle zum
Weiterführen des Musters zu gelangen. Da das nächste Kreuz
auch schon ein fertiges wird, ist der Eintrittspunkt
der Nadel
auf dem Rückweg drei Kästchen über dem Punkt, an dem
sie wieder austreten soll, denn dieser befindet sich unten
an dem
Kreuz.
Häufig
kann man solche Stellen daran erkennen, dass sich der zu erwartende
Nadelaustrittspunkt auf der dem nächsten
Kreuz entfernt
liegenden Seite befindet.
Versucht man dieses kleine Musterbeispiel auf verschiedene Weise nachzusticken, wird klar was passiert.
Anfangs
scheint dies alles sehr verwirrend zu sein. Doch wenn man nach den
ersten geglückten Versuchen
die wunderschöne Rückseite
betrachtet, so ist dies eine große Motivation nur noch in
dieser Technik zu arbeiten.